Ausgangslage
Das Berufsbildungszentrum (BBZ) ist in Biel auf drei Standorte verteilt. Der Standort Wasenstrasse wurde seit den späten 1940er-Jahren in mehreren Ausbauschritten aufgebaut. Hier belegt das BBZ fünf Gebäude (die Liegenschaften 1, 5, 7, 9 und 11) für den Unterricht der beruflichen Grundbildung (BGB) sowie der Berufsmaturität (BM) und für Weiterbildungskurse. Das Areal mit den fünf Gebäuden gehört dem Kanton Bern. Es ist gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden und soll langfristig als Schulstandort erhalten bleiben. Für den dauerhaften Erhalt sind jedoch umfassende bauliche Massnahmen notwendig: Drei der fünf Gebäude müssen vollständig, ein weiteres teilweise saniert werden.
Der Grosse Rat des Kantons Bern entscheidet im Juni 2026 über die Genehmigung des Realisierungskredits.
Das Projekt im Überblick

Legende: Die Unterrichts- und Arbeitsräume des BBZ sind in den Gebäuden 1, 5 und 9 untergebracht. An der Wasenstrasse 7 befinden sich die Mensa und die Aula. Die Sporthalle ist im Gebäude Nummer 11. Sie wird vom BBZ sowie anderen Schulen und Vereinen genutzt. Saniert werden die Gebäude 1, 7, 9 (komplett) und 11 (teilweise). Das Gebäude 5 ist nicht Teil der Sanierung.
Wasenstrasse 1, 7 und 9
Diese Gebäude wurden zu Beginn der 1970er Jahre gebaut. Sie müssen umfassend saniert werden. Die Gebäudehüllen und die technischen Anlagen haben ihre Lebensdauer erreicht oder bereits überschritten. Sie erfüllen die technischen und energetischen Anforderungen an einen sicheren und wirtschaftlichen Gebäudebetrieb nicht mehr. Die unzureichende Wärmedämmung und die veraltete Lüftung führen zu hohen Temperaturschwankungen. Im Sommer ist es in den Gebäuden zu heiss, im Winter ist der Energiebedarf für die Heizung sehr hoch. Nach über fünfzig Jahren Betrieb weisen zudem die Innenausbauten, Boden- und Wandbeläge starke Gebrauchsspuren auf. Zudem sind wegen undichten Fenstern und defekter Dachisolationen in zahlreichen Räumen Wasserschäden entstanden.
Nach der Sanierung erfüllen die Gebäude auch die aktuell geltenden Normen in Bezug auf Erdbebensicherheit, Brandschutz und Barrierefreiheit. Zudem werden die Zimmer neu aufgeteilt und auf die heute gängigen Raumgrössen angepasst. Das ermöglicht eine effizientere Nutzung der vorhandenen Flächen.
Energetische Sanierung spart Energie und reduziert CO2-Emissionen
Nach der energetischen Sanierung sinkt der Energiebedarf der Schulanlage um rund 75 Prozent. Der noch erforderliche Strom wird zum grössten Teil durch die eigene Solaranlage produziert, die auf sämtlichen geeigneten Dachflächen installiert wird. Geheizt und gekühlt wird künftig mit vollständig erneuerbarer Energie mit Grundwasser. Dank der stark verbesserten Gebäudehülle, der Solaranlage sowie der neuen Heizung wird zudem der CO2-Ausstoss erheblich reduziert.
Nachhaltigkeit auch im Aussenbereich
Auch der Aussenbereich wird auf zukünftige Klimaszenarien angepasst. Regenwassertanks dienen der Bewässerung der Grünflächen und tragen zur Schonung der Trinkwasserressourcen bei. Zusätzliche Bäume sorgen für mehr Schatten und verbessern das Mikroklima. Begrünte Dächer erhöhen die Biodiversität und tragen im Sommer zur Kühlung der Gebäude bei. Wo immer möglich, werden Aussenflächen entsiegelt, um die Versickerung von Wasser zu fördern. Diese Massnahmen verhindern das unnötige Aufheizen der Flächen im Sommer.
Sanierung im Einklang mit dem Denkmalschutz
Der denkmalpflegerische Wert der Gebäudegruppe und der dazu gehörenden, öffentlich zugänglichen Aussenanlage ist hoch. Entsprechend sind die Gebäude 1, 7 und 9 im Bauinventar der Kantonalen Denkmalpflege als schützenswert eingestuft. Die kantonale Denkmalpflege wurde eng in die Projektplanung eingebunden. Entstanden ist ein Bauprojekt, das aussen den typischen Ausdruck der 1970er Jahren erhält und trotzdem die gesetzlichen Anforderungen einer energetischen Sanierung sowie die Anforderungen des BBZ an zeitgemässe Unterrichtsräume erfüllt.
Wasenstrasse 11 (Sporthalle)
Die Sporthalle an der Wasenstrasse 11 wurde in den 1990er Jahren gebaut. Hier ist eine punktuelle energetische Sanierung geplant. Zur Optimierung des Energiehaushaltes wird die Steuerung der Haustechnikanlagen erneuert. Zudem wird die Gasheizung entfernt. Künftig wird das Gebäude an die neue Energieversorgung des Areals, welche ausschliesslich erneuerbare Energie nutzt, angeschlossen. Es wird angestrebt, dass die Sporthallen auch während den Bauarbeiten genutzt werden können.
Wasenstrasse 5
Bei diesem Gebäude sind keine Sanierungsmassnahmen oder räumliche Anpassungen vorgesehen. Es werden aber die Anschlüsse vorbereitet, um das Gebäude später problemlos an das Heiz- und Kühlsystem des Areals anbinden zu können. Während der Bauzeit auf dem Areal wird die Wasenstrasse 5 durch das BBZ weiterhin genutzt. Nach Abschluss der Sanierung der anderen Gebäude hat das BBZ genügend Flächen, so dass es die Wasenstrasse 5 nicht mehr benötigen wird. Die Liegenschaft wird dann für eine andere, flexible schulische Nutzungen frei.
Temporärer Schulbetrieb im Bözingenfeld
Die Sanierung der verschiedenen Gebäude dauert drei Jahre. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im Sommer 2027. Eine Sanierung unter Vollbetrieb ist nicht möglich. Daher muss ein Grossteil des Schulbetriebs während der Bauzeit in einen temporären Schulstandort ausgelagert werden. Diesen realisiert der Kanton Bern im rund 2.5 Kilometer entfernten Bözingenfeld. Vier Modulbauten aus Holz bieten Platz für bis zu 2000 Personen.
Kosten
Ca. CHF 104 Mio.
Termine
- Projektlaufzeit: 2022 - 2030
- Realisierung: Sommer 2027 - Sommer 2030
Beteiligte
- Bauherrschaft: Amt für Grundstücke und Gebäude (Kanton Bern)
- Gesamtprojektleiter: Marcel Gilgen, Baumanager, BVD-AGG
- Generalplaner: Spaceshop Architekten, Biel/Bienne

