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AÖV News - Januar 2026

  • Newsletter vom Mai 2025

Editorial

Nach einem sehr ereignisreichen 2025 starten wir voller Elan ins 2026.

Der aktuelle Newsletter erlaubt einen Einblick einen Teil dieser Arbeiten.

Die neue Co-Leitung ist am Fahrt aufnehmen und die zwei zentralen politischen Geschäfte unseres Amtes, der Angebotsbeschluss ÖV und der Investitionsrahmenkredit ÖV für die Jahre 2027 – 2030 wurden erarbeitet und vom Regierungsrat verabschiedet. Jetzt wird sich der Grosse Rat in der Märzsession 2026 mit diesen Geschäften befassen und das ÖV-Angebot und den Investitionsrahmen der nächsten Jahre festlegen.

Die Digitalisierung ist bei allen Arbeiten ein steter Begleiter. So haben wir unsere seit 12 Jahren jeweils im Hinblick auf die Grossratsgeschäfte publizierten «Wegmarken» neu digital gestaltet und neu auf den Namen «Mobilität mit Weitblick» getauft.

Beim Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember konnten wiederum Angebote verbessert werden und zwei neue Linien werden jetzt auf ihre Zweckmässigkeit getestet.

Über alle diese Themen finden Sie Beiträge im aktuellen Newsletter.

Katja Bessire und Christian Aebi, Co-Vorstehende Amt für öffentlichen Verkehr und Verkehrskoordination

Die neue Co-Amtsleitung im AÖV

Christian Aebi und Katja Bessire

Mh: Ihr seid neu Co-Amtsleitende des AÖV. Diese Co-Leitung ist jedoch anders aufgestellt als die bisherigen Co-Leitungen des AÖV. Worin unterscheidet sie sich konkret?

Christian Aebi (Co-Amtsleiter): In den früheren Co-Leitungen mit Philipp Mäder und Ueli Seewer haben wir neben der Amtsleitungsfunktion auch gleichzeitig eine Abteilung geleitet, und hatten daher auch sehr klar zugeteilte Aufgaben. Ich leitete die Abteilung Angebot und Infrastruktur und Philipp Mäder beziehungsweise Ueli Seewer die Abteilung Verkehrskoordination.

Bei den früheren Co-Leitungen haben wir beide zudem 100 Prozent gearbeitet. Das aktuelle Co-Leitungsmodell mit Katja hat einen anderen Charakter. Wir teilen uns die Amtsleitung, ohne dass wir gleichzeitig noch eine Abteilung leiten und arbeiten beide Teilzeit. Ich lasse mich auf Dezember 2025 teilpensionieren und reduziere im 2026 auf 60%. Die Aufgaben werden sich somit verschieben. Am Anfang bleibt noch vieles bei mir. Nach und Nach wandern dann Dossiers zu Katja hinüber, so dass ich reduzieren kann. Es geht auch darum, dass im Hinblick auf meine Pensionierung die Dossiers in gute Hände weitergegeben werden.

DM: Wenn wir gerade von Pensen sprechen. Wie schafft ihr es in Anbetracht deiner Pensenreduktion euch zu koordinieren und auszutauschen, wer macht was, an welchem Tag wird ausgetauscht?

Katja Bessire (Co-Amtsleiterin): Wir sind immer montags und dienstags zusammen hier. Wir haben für uns zudem Gefässe geschaffen, um uns, im Notfall auch unverzüglich, auszutauschen und gemeinsam Entscheidungen treffen zu können. Es wird sich jetzt zeigen, was gut läuft und was es noch zusätzlich brauchen wird.

Ab: Ja, die Zusammenarbeitskultur ist bei Co-Leitungen immer ein Thema. Wie in jedem Zusammenarbeitsprozess, findet man gemeinsam mit der Zeit heraus, bei welchen Themen wie viel Abstimmung notwendig ist. Es gibt schon jetzt Bereiche, in denen wir uns nicht mehr eng austauschen müssen, weil wir wissen, wie wir zusammen entscheiden würden.

Be: Von Vorteil ist, dass wir seit dem letzten August zusammen ein Büro haben. Das bedeutet, dass wir uns bei vielen Themen augenblicklich, direkt und niederschwellig absprechen können. Wir pflegen also einen engen Austausch.

Mh: Gibt es weitere Vorteile einer Co-Leitung?

Be:Der grösste Vorteil einer Co-Leitung ist für mich, dass vieles doppelt vorhanden ist. Wir haben doppelte Energie, doppelte Erfahrung, doppeltes Wissen. Gleichzeitig finde ich es spannend, dass Entscheidungen dank dem Führungs-Duo gechallenged und hoffentlich dadurch besser reflektiert und durchleuchtet werden.

AB: Für mich ist es natürlich eine grosse Herausforderung nun Entscheide gemeinsam zu fällen und Dossiers loszulassen. Das ist für mich ein interessanter Lernprozess.

Mh:Was wird sich für die Mitarbeitenden des AÖV aufgrund der Co-Leitung ändern?

Ab: Es ist eine neue Person in der Amtsleitung. Neue Leute in Leitungspositionen geben immer einen neuen Groove, einen neuen Wind, und ich hoffe, dass man das merken wird, denn ich bin eben nicht mehr alleine mit meinen Inputs, die ich gebe. Katja hat eine andere Art und gibt andere Inputs.

Co-Amtsleiterin Katja Bessire

Be: Diese unterschiedlichen Personen, die wir sind, sollen unbedingt zum Ausdruck kommen. Das macht es ja auch interessant. So haben wir auch unsere Co-Leitung mit dem Begriff «intergenerationelle, dynamische Co-Leitung» gelabelt. Du Christian bist ein Vertreter aus der Generation X, und ich bin aus der Generation Y. Dass heisst, ich kann bspw. aktuelle Führungsmethoden oder Führungsthemen einbringen und dafür bin ich sehr froh um deinen Erfahrungsschatz und du kannst sagen: «Nein, das funktioniert eh nicht… haben wir bereits versucht». Und, um zurück zu deiner Frage zu kommen, ja, unbedingt sollen es die Leute merken, dass wir zu zweit sind. Aber wir wollen nun nicht alles Bewährte über Bord werfen. Dank der flachen Hierarchie im AÖV führen wir einen sehr engen Austausch mit allen unseren Mitarbeitenden. Daran wollen wir nichts ändern.

Mh: Könnt ihr noch etwas mehr zur Arbeitskultur im AÖV sagen?

Co-Amtsleiter Christian Aebi

Ab: Es ist seit etwa 25 Jahren auch Tradition bei uns im Amt, dass die Leute sehr autonom unterwegs sind. Unser Amt hat eine starke Schnittstellenfunktion zu anderen Ämtern aber auch zu anderen Verwaltungsebenen. Deshalb sind wir bei zahlreichen Planungen dabei. Gerade im öffentlichen Verkehr haben wir systembedingt ein grosses Portemonnaie, verhandeln um hohe Beträge, und die Mitarbeitenden, die häufig allein oder vielleicht zu zweit unterwegs sind, können nicht für jede Entscheidung zuerst das Einverständnis der Vorgesetzten einholen. Aufgrund des grossen Aufgabengebiets müssen wir effizient sein. Wir haben dabei den Vorteil, dass wir ein kleines Amt sind und kurze Wege haben. Ich bin überzeugt, dass es jeder/jedem Mitarbeitenden Freude bereitet handlungsfähig zu sein.

Be: Ich sehe das genau gleich. Im AÖV hat jede und jeder ganz viel Verantwortung für ihre/seine Projekte. Wir haben wenig Redundanzen. Wir haben praktisch keine Funktion oder kein Projekt, indem zwei Leute dasselbe machen. Ich denke, die Verantwortung, die unsere Mitarbeitenden übernehmen dürfen und müssen, fördert auch ihre Motivation bei uns zu arbeiten.

Ab: Mir ist es zudem sehr wichtig, dass ich den direkten Kontakt mit allen Mitarbeitenden habe und über alles Mögliche sprechen kann. Was ich sehr cool finde, ist, dass wir seit kurzem Mitarbeitende haben, die im Alter meiner Kinder sind. Das ist wirklich spannend. Die gemeinsamen Pausen und Mittagessen mit den Mitarbeitenden sind für mich ein Anker in der Büro-Tagesstruktur.

Mh: Wir haben nun über interne Veränderungen im AÖV gesprochen. Was verändert sich für die externen Partnerinnen und Partner?

Ab:Ich hoffe, dass es gegen aussen einfach eine personelle Veränderung ist, die es an anderen Orten auch gibt. Und da ich bereits seit Langem in dieser Funktion bin, wird es für Externe wahrscheinlich ein sanfterer Wechsel, als wenn abrupt das Personal ändert.

Be: Ich sehe das gleich. Die Leute werden mich neu kennenlernen Wir haben zudem den Anspruch, dass es für Externe keine Rolle spielen sollte, wen sie von uns anschreiben. Wir stellvertreten uns gegenseitig auch. In den einzelnen Projekten und Gremien werden wir zudem im kommenden Jahr entscheiden, wer von uns die Hauptansprechperson sein wird.

Mh: Herzlichen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch wurde im September 2025 geführt.

Mehr Bus im Berner Oberland zwischen Steffisburg und Thun West sowie Interlaken und Wilderswil  

Ein STI Bus auf der neuen Tangentiallinie in Thun

In der Agglomeration Thun nimmt die erste Tangentiallinie den Betrieb auf. Sie verbindet das Zentrum Steffisburg mit dem Bahnhof sowie mit dem Entwicklungsschwerpunkt Thun Nord und dem Zentrum Oberland im Westen der Stadt. Für die drei Versuchsjahre verkehrt die Linie während der Hauptverkehrs- und Ladenöffnungszeiten im Halbstundentakt. Erweist sie sich als erfolgreich, ist eine Verlängerung Richtung Strandbad angedacht. In einem weiteren Horizont soll an der künftigen Haltestelle Thun Nord eine Anknüpfung an die S-Bahn nach Bern realisiert werden.

Im Raum Interlaken verfolgt die neue Linie zwei Ziele: einerseits erschliesst sie die wachsenden Arbeitsplatz- und Freizeitgebiete in Wilderswil beim ehemaligen Flugplatz. Andererseits ermöglicht sie Reisenden in die boomende Jungfrauregion mit besten Anschlüssen am neuen Bahnhof Matten nach Grindelwald und Lauterbrunnen. Damit kann auch die häufig überfüllte Linie 105, die in Interlaken West Anschlüsse in Richtung Wilderswil vermittelt, entlastet werden.

Für beide Linien ist ein dreijähriger Versuch bis Ende 2028 geplant. Erfüllen sie in dieser Zeit die kantonalen Vorgaben bezüglich Nachfrage und Wirtschaftlichkeit, können sie auf das Fahrplanjahr 2029 in das ordentlich vom Kanton bestellte Angebot überführt werden. Beide Versuchslinien werden durch die beteiligten Gemeinden und teilweise Dritte mitfinanziert. Der Kanton leistet einen Beitrag in der Höhe von einem Drittel der Gesamtkosten.

Der Angebotsbeschluss öffentlicher Verkehr 2027 - 2030  

Im März 2026 wird im Grossen Rat der Angebotsbeschluss 2027 – 2030 behandelt - was bisher geschah.

Grossratsdebatte (Symbolbild)

Rund drei Jahre bevor der Angebotsbeschluss im Grossen Rat behandelt wird, erhalten die Regionen vom AÖV den Auftrag, die regionalen Angebotskonzepte zu erstellen. Gestützt auf allfällige erarbeitete Studien und anderen Vorabklärungen erarbeiten die Regionen gemeinsam mit den Gemeinden, teilweise auch den Nachbarregionen und den Transportunternehmungen die Regionalen Angebotskonzepte (RAK). Diese werden einer öffentlichen Mitwirkung unterzogen und letztendlich durch die Regionalversammlung oder die Delegiertenversammlung der Regionen verabschiedet.

So reichten die fünf Regionen im Frühling 2025 einen umfangreichen Strauss an Angebotsausbauten beim AÖV ein. Unter Berücksichtigung des kantonalen Finanzplans galt es, die regionalen Angebotskonzepte nach klaren und einheitlichen Kriterien zu priorisieren, so dass das AÖV den Kantonalen Angebotsbeschluss schnüren kann. Leider kann der Kanton nicht alle Wünsche der Regionen berücksichtigen, da sie beispielsweise ein ungenügendes Kosten – Nutzen – Verhältnis aufweisen oder zusätzliche Kurse auf heute bereits ungenügend ausgelasteten Linien verlangten. Zudem musste das enge finanzielle Korsett des kantonalen Finanzplans eingehalten werden.  Der aktuelle Angebotsbeschluss 2027 – 2030 umfasst nun zahlreiche Verbesserungen in allen Regionen des Kantons. Der Regierungsrat hat den Angebotsbeschluss 2027 – 2030 am 17. November 2025 zuhanden des Grossen Rates beschlossen. Die Debatte und der Beschluss im Grossen Rat findet im Frühling 2026 statt.

Investitionsrahmenkredit ÖV 2027 - 2030  

Zusammen mit dem Angebotsbeschluss 2027 – 2030 wird der Grosse Rat im März 2026 auch über den Investitionsrahmenkredit ÖV 2027 – 2030 befinden. Der Rahmenkredit ist eine Finanzdelegation des Grossen Rates an den Regierungsrat. Dieser kann in den vier Jahren 2027 – 2030 im Umfang von brutto CHF 90 Millionen Beiträge für ÖV-Projekte verpflichten.

Gemäss Artikel 14 des Gesetzes über den öffentlichen Verkehr (ÖVG) entscheidet der Grosse Rat periodisch, in der Regel alle vier Jahre - über einen Rahmenkredit für die Finanzierung der Investitionen in den öffentlichen Verkehr (ÖV). Für die Jahre 2027 – 2030 ist eine Finanzdelegation im Umfang von insgesamt CHF 90 Mio. vorgesehen. Da sich die bernischen Gemeinden mit einem Drittel an den kantonalen ÖV-Investitionsbeiträgen beteiligen belaufen sich die möglichen Nettoverpflichtungen zulasten des Kantons Bern auf CHF 60 Millionen. Der Rahmenkredit 2027 – 2030 fällt damit deutlich kleiner aus als seine Vorgänger, da während dieser Laufzeit keine neuen baureifen Grossprojekte absehbar sind.

Mit diesem Rahmenkredit legt der Grosse Rat fest, in welcher Höhe der Kanton Bern in den Jahren 2027-2030 Verpflichtungen für Infrastrukturmassnahmen im öffentlichen Verkehr mit den Transportunternehmen eingehen kann. Beispielsweise sind dies Gleissanierungen auf dem Tramnetz, Investitionen in die Elektrifizierung von Busflotten oder in Sanierungen von Stand- und Luftseilbahnen. Der Rahmenkredit bildet dabei, wie es der Namen sagt, einen Rahmen. Die konkreten Verpflichtungen beschliesst der Regierungsrat jeweils nach Vorliegen der Projekte.

Die Finanzierung der aktuell im Bau befinden Grossprojekte, wie der neue RBS-Tiefbahnhof und die neue SBB-Unterführung Mitte oder kurz vor Ausführung stehenden Tramprojekte Bern-Ostermundigen und Kleinwabern wurden bereits mit früheren Rahmenkrediten gesichert und die notwendigen Kredite wurden bereits bewilligt.

Mobilität mit Weitblick

AÖV Bild, Mobilität mit Weitsicht

Im Dezember 2025 wurde die neue Themenseite «Mobilität mit Weitblick» auf der Website des AÖV veröffentlicht. Diese ersetzt die bisher als PDF verfügbaren «Wegmarken», die zuletzt 2020 erschienen sind. Die neue Seite bietet umfassende Informationen zur Strategie, Vision, den wichtigsten Themenfeldern des AÖV sowie aktuelle Zahlen und Entwicklungen. 

Mit dem Ziel, komplexe Themen verständlich und auf eine zeitgemässe und interessante Art und Weise zu vermitteln, entstand die Idee einer neuen Themenseite für das AÖV. Die Veröffentlichung dieser Seite im Dezember 2025 ist das Ergebnis eines mehrmonatigen Entwicklungsprozesses, der durch die Hochschulpraktikantinnen und Hochschulpraktikanten der Abteilung Angebot und Infrastruktur geleitet wurde.

Die neue Themenseite beinhaltet neun Unterkapitel, die jeweils ein Themen- und Wirkungsfeld des Amtes näher beleuchten. Die Kapitel bieten unter anderem Einblicke in die strategische Stossrichtung des AÖV, die aktuelle ÖV-Nachfrageentwicklung, die Kundenzufriedenheit oder den Güterverkehr im Kanton Bern. Im Rahmen des Projektes wurde zudem das neue AÖV-Bild entwickelt, das diese neun wichtigsten Themenfelder des Amtes visualisiert und helfen soll, einen schnellen Überblick zu gewinnen. Das AÖV-Bild kann nun auch in anderen Kommunikationskanälen des Amtes verwendet werden, wodurch ein projektübergreifender Mehrwert kreiert wurde.

«Mobilität mit Weitblick» dient als eine Art Visitenkarte des Amtes und richtet sich sowohl an politische Entscheidungstragende als auch an die breite Öffentlichkeit. Die Website wird regelmässig aktualisiert, so dass Interessierte stets auf neue Informationen rund um den ÖV im Kanton Bern zugreifen können. Wir laden Sie herzlich ein, die Seite zu besuchen.

«Die Zahl»: 13

Die Zahl 13

13 Prozent der Mitarbeitenden des AÖV absolvieren zurzeit ein Hochschulpraktikum bei uns. Es sind dies Stefanie Röthlisberger in der Abteilung Angebot und Infrastruktur sowie David Meehan und Tanja Jordi in der Abteilung Verkehrskoordination. Wir sind stolz, können wir jungen Absolventinnen und Absolventen während einem Jahr einen Einblick in die Arbeitswelt bieten und sie im besten Fall für die spannenden Themen des öffentlichen Verkehrs und der Verkehrskoordination begeistern. Wir möchten die Hochschulpraktikantinnen und -praktikanten auf keinen Fall missen. Dank ihrem frischen Wind sind wir auch stets gefordert Altes zu hinterfragen. Zudem hatten wir in den letzten Jahren das Glück, dank Vakanzen im Team, einige ehemalige Praktikantinnen und Praktikanten nach dem Praktikum festanzustellen. Diese Personen sind heute wichtige Stützen in unserem Team geworden.

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