Wasserstrategie 2040: Kanton Bern will sein Wasser umfassend und nachhaltig bewirtschaften

Mit der Wasserstrategie 2040 schafft der Regierungsrat eine Gesamtsicht über den Umgang mit Wasser im Kanton Bern. Die Strategie unterstützt eine nachhaltige Bewirtschaftung des Wassers – von der Gewässerökologie über Hochwasser- und Trockenheitsvorsorge bis hin zu Wassernutzung, Abwasserbewirtschaftung, Energiefragen und Biodiversität. Damit reagiert der Kanton auf Herausforderungen wie den Klimawandel, neue Belastungen des Wassers und steigende Nutzungsansprüche.

Verschiebung des 11. Berner Wassertags 2026: 20. Oktober 2026
Der im letzten Newsletter angekündigte Berner Wassertag vom 19. März 2026 muss aus organisatorischen Gründen verschoben werden.
Die Veranstaltung findet neu am 20. Oktober 2026 (nachmittags) im Pavillon auf dem Gurten statt. Inhaltlich bleibt der Fokus unverändert: Der Wassertag 2026 ist der Wasserstrategie 2040 gewidmet und beleuchtet die zukünftigen Herausforderungen und Lösungsansätze für eine nachhaltige Sicherung unserer Gewässer im Kanton Bern. Die Veranstaltung stellt erneut die zentrale Fachveranstaltung der Wasserwirtschaft im Kanton Bern dar.
Claudia Minkowski, Amtsvorsteherin Amt für Wasser und Abfall

Hydrographisches Bulletin 2025: Milder Start, mildes Ende

Das soeben erschienene Hydrographische Bulletin des Kantons Bern gibt Auskunft über die Niederschläge und Wasserstände im Jahr 2025.
Das Jahr 2025 startete mit einem sehr milden Winter. Es folgte ein warmer und trockener Frühling. Der Sommer begann trocken und heiss und endete mit einem wiederum heissen August, unterbrochen von einem nassen und kühleren Juli mit Gewittern und Starkniederschlägen. Im Herbst erreichte die saisonale Niederschlagssumme überdurchschnittliche Werte, die Temperaturen bewegten sich im Bereich der langjährigen Mittel. Das Jahr endete mit einem trockenen und milden Dezember. Über das gesamte Jahr gesehen erreichte die Niederschlagssumme unterdurchschnittliche und die mittlere Temperatur überdurchschnittliche Werte. Die Wasserstände des Thuner- und des Bielersees bewegten sich mehrheitlich im saisonal üblichen Bereich. Die ausgeprägte Trockenperiode im Frühjahr zeigte sich in den Pegelständen des Brienzersees wie auch in den während dieser Zeit unterdurchschnittlichen Seeausflüssen. Nasse Bedingungen im Januar, Juli und im Herbst erforderten bei der Regulierung wiederholt gezielte Eingriffe. Die moderaten Hochwassersituationen konnten aber gut bewältigt werden, auch dank vorausschauender Reguliermassnahmen. Die Grundwasserpegel starteten aufgrund der vorjährigen Wetterbedingungen auf einem hohen Niveau. Mit den insgesamt unterdurchschnittlichen Niederschlägen erreichten sie zum Ende des Jahres wieder mehrheitlich durchschnittliche Werte.
Das Bulletin kann unter www.be.ch/wasserdaten (Publikationen → Hydrographisches Bulletin) heruntergeladen werden.
Hydrographisches Bulletin 2025
Simon Jaun, Fachbereich Hydrometrie

Berner Kleinseen weiterhin unter grossem Druck

In Bern gibt es über 100 Kleinseen. Sie sind wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere, dienen als Erholungsräume sowie Bade- und Fischereigewässer. Seit über 30 Jahren werden 10 dieser Seen vom Kanton Bern untersucht. Wie in früheren Untersuchungen zeigte sich auch 2023, dass die meisten Kleinseen übermässig mit Nährstoffen belastet sind. Die Folge dieser sogenannten Eutrophierung ist eine erhöhte Algenproduktion, wobei es beim bakteriellen Abbau dieser Biomasse häufig zu Sauerstoffmangel kommt. Dies beeinträchtig das Ökosystem und die Lebewesen. Die Klimaveränderungen, wie höhere Temperaturen und mehr Starkniederschläge, werden diese Situation voraussichtlich verschärfen. In allen 10 Seen wurden auch zahlreiche Mikroverunreinigungen gefunden, darunter Pestizide und deren Abbauprodukte, Haushaltschemikalien und sogenannte «Ewigkeitschemikalien» (PFAS). In manchen Seen führen diese Stoffe dazu, dass schädliche Wirkungen auf Wasserlebewesen nicht ausgeschlossen werden können.
Der Bericht kann unter www.be.ch/gewaesserqualitaet heruntergeladen werden.
Gewässerqualität - Seen - Kleinseen
Irene Wittmer, Gewässer- und Bodenschutzlabor

Einführung Informationsplattform Wasser (IPW) und neue Begleitdokumente Siedlungsentwässerung

Mit der IPW erhalten Gemeinden, Abwasserverbände und Ingenieurbüros ein wertvolles Hilfsmittel. Die IPW ist eine Web-Applikation der Kantone Bern, Solothurn und Zürich. Die Applikation läuft auf allen gängigen Internet-Browsern. Die Plattform stellt die wichtigsten Informationen zur Siedlungsentwässerung zur Verfügung. Zu jeder Gemeinde und jedem Abwasserverband finden sich Angaben zur Abwasserinfrastruktur und zum GEP (genereller Entwässerungsplan). Die IPW ist ab April 2026 unter der folgenden Internet-Adresse abrufbar: https://ip-wasser.ch Alle Gemeinden, Abwasserverbände und Ingenieurbüros erhalten Ende März 2026 eine E-Mail mit den Zugangsdaten zur IPW.
Die GEP-Daten sind ein wichtiger Inhalt der IPW. Zur GEP-Bearbeitung und allgemein zum Infrastrukturmanagement der Siedlungsentwässerung hat das AWA neue Dokumente publiziert. Unter anderem ersetzt der neue GEP-Leitfaden des VSA das bisherige AWA-GEP-Musterpflichtenheft. Ab 2027 genehmigt das AWA nur noch GEP-Pflichtenhefte, die gemäss dem VSA-GEP-Leitfaden aufgebaut sind. Sie finden die Dokumente auf der Website der BVD.
Genereller Entwässerungsplan GEP
Reto Battaglia, Fachbereich Trinkwasser und Abwasser

«Grosse Schweizer Littering-Studie»: Ein Drittel weniger Littering dank gezielter Massnahmen

Die neue Studie des Schweizer Kompetenzzentrums gegen Littering IGSU zeigt, dass Anti-Littering-Massnahmen ihre Wirkung haben – und das deutlich: Sie reduzieren das Littering in Picknick- und Freizeitzonen um rund ein Drittel, wie die Ergebnisse der ersten Feldexperimente der «Grossen Schweizer Littering-Studie» zeigen. Insbesondere Massnahmen direkt vor Ort, wie auffällige Abfallkübel, verhindern Littering sofort. Auch Sensibilisierungsmassnahmen wie Plakate zeigen Erfolg. Am stärksten wirkt jedoch die Kombination beider Massnahmentypen.
Setzen Sie als Gemeinde auf die richtigen situationsspezifischen und sensibilisierenden Massnahmen und reduzieren Sie so wirksam Littering. Wie diese Massnahmen konkret aussehen sowie weitere Informationen zu dieser Studie finden Sie hier.
Marc Häni, Fachbereich Abfall

«Restlos Geniessen Challenge 2026»: Schul-, Sport- und Vereinslager reduzieren Food Waste
In vielen Berner Schul-, Sport- und Vereinslagern kochen die Jugendlichen selbst. Damit erhalten sie wichtige Alltagskompetenzen im Umgang mit Lebensmitteln. Hier setzt die «Restlos Geniessen Challenge 2026» an, die im Kanton Bern erstmals angeboten und vom kantonalen Amt für Wasser und Abfall unterstützt wird. Sie will dazu beitragen, Food Waste zu reduzieren und nachhaltiges Handeln bereits bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Lagerleitung und Kochteams erfassen täglich, wie viele Lebensmittel weggeworfen werden. Ein mitgeliefertes Starterpaket mit Küchenwaage, Anleitung und hilfreichen Materialien unterstützt sie dabei. Das Lager mit dem geringsten Food Waste pro Person gewinnt die Challenge. Die Teilnahme an der «Restlos Geniessen Challenge» ist kostenlos und kann ohne zusätzlichen organisatorischen Aufwand umgesetzt werden.
Weitere Informationen sowie Anmeldung für Lager im Kanton Bern finden Sie unter folgendem Link:
www.foodwastechallenge.ch/anmeldung2026
Auskünfte:
Marc Häni, Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern, Tel. 031 633 39 55, marc.haeni@be.ch
Jeannine Kiser, Projektleiterin, 42hacks food, Tel. 076 824 84 04, jeannine@foodwastechallenge.ch

Entsorgen Sie asbesthaltige Rückbaumaterialien richtig!

In vielen Bestands- und Altbauten finden sich nach wie vor erhebliche Mengen asbesthaltiger Materialien. Beim Rückbau, Renovationen und Umbaumassnahmen gilt es, diese gefährlichen Abfälle fachgerecht zu ermitteln, zu trennen und umwelt- sowie arbeitnehmerschutzgerecht zu entsorgen. Die vollständige Ermittlung asbesthaltiger Abfälle ist Voraussetzung für eine korrekte Entsorgung. Gemäss Art. 16 VVEA und Art. 3 BauAV besteht eine Ermittlungspflicht – sowohl für baubewilligungspflichtige wie auch für nicht-baubewilligungspflichtige Bauarbeiten.
Unser aktuelles Merkblatt fasst den aktuellen Stand der Technik und die wichtigsten praktischen Vorgaben zum Umgang und zur Entsorgung asbesthaltiger Rückbaumaterialien zusammen. Es dient als Orientierungshilfe für die sichere und umweltverträgliche Abwicklung von Rückbauprojekten.
Marc Häni, Fachbereich Abfall

«Obacht am Schacht»

Die Schweizerische Vereinigung der Fischereiaufseherinnen und Fischereiaufseher (SVFA) lanciert am 19. März 2026 unter dem Titel «Obacht am Schacht» ihre neue Präventionskampagne gegen Gewässerverschmutzungen. Jede Gemeinde erhält dazu ein Plakat mit 10 Flyern.
Das AWA und das Fischereiinspektorat des Kantons Bern unterstützen diese Kampagne und möchten hiermit die Berner Gemeinden ermuntern, bei der Sensibilisierung der Bevölkerung zum Schutz unserer Berner Gewässer mitzumachen. Viele Schächte führen direkt in ein Gewässer – daher darf kein Schmutzwasser in unbekannte Schächte eingeleitet werden.
Mehr Informationen unter: https://aquava.ch
Reto Manser, Abteilungsleiter Siedlungswasserwirtschaft