Juragewässerkorrektion

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Juragewässerkorrektion

 

Heute ist das Seeland dank den beiden Juragewässerkorrektionen ein intensiv genutzter Lebens- und Wirtschaftsraum. Bis vor rund 150 Jahren war das Seeland sumpfig, die Ernte mager, die Armut bedrückend und die Seuchengefahr gross. Denn damals litt das Seeland immer wieder unter grossflächigen Überschwemmungen.

Erste Juragewässerkorrektion von 1868–1891

Vor den Juragewässerkorrektionen floss die Aare von Aarberg Richtung Norden, also am Bielersee vorbei. Das Gebiet um die drei Jurarandseen bis nach Solothurn war sumpfig und wurde immer wieder überflutet. Gegen diese Missstände musste etwas unternommen werden. Die Kantone führten mit Hilfe des Bundes in den Jahren 1868 bis 1891 die Erste Juragewässerkorrektion durch. Sie umfasste im Wesentlichen folgende Arbeiten:

  • Ableitung der Aare durch den künstlich geschaffenen Hagneckkanal von Aarberg aus direkt in den Bielersee (1)
  • Begradigung, Kanalisierung und Vertiefung der Zihl (2) und der Broye (3) zwischen den Seen
  • Vergrösserung der Abflusskapazität aus dem Bielersee durch den Bau des Nidau-Büren-Kanals (4)
  • Absenkung aller drei Seespiegel um rund 2.5 Meter
  • Bau eines einfachen Regulierwehres im Nidau-Büren-Kanal bei Nidau

Ergänzend wurde ein weitläufiges Binnenkanalnetz (5) zur Entsumpfung des Grossen Mooses und weiterer Gebiete angelegt. Nach langjähriger Arbeit konnten die Böden schliesslich verbessert und in fruchtbares Ackerland umgewandelt werden.

Zweite Juragewässerkorrektion von 1962–1973

Grundsätzlich war die 1. Juragewässerkorrektion ein Erfolg. Doch schon bald gab es neue Sorgen und Interessenkonflikte. So sackte das entwässerte und kultivierte Land in sich zusammen. Durch die Terrainabsenkung nahm die Überschwemmungsgefahr wieder zu. In Niedrigwasserperioden sank der Wasserstand der Jurarandseen zudem tiefer ab als erwünscht. In den Jahren 1936 bis 1939 wurde als vorgezogene Massnahme der 2. Juragewässerkorrektion das Regulierwehr Port gebaut. Die restlichen Arbeiten der 2. Juragewässerkorrektion wurden schliesslich in den Jahren 1962 bis 1973 ausgeführt:

  • Erstellung des Kraftwerkes Flumenthal mit Regulierwehr (2)
  • Ufersicherungen an der Aare zwischen Büren a. A. und Flumenthal und Entfernung des Emmeriegels (natürliches Abflusshindernis) (1)
  • Verbreiterung und Vertiefung des Broye-, Zihl- und Nidau-Büren-Kanals

Dank der Zweiten Juragewässerkorrektion konnten die Seespiegelschwankungen der Jurarandseen weiter vermindert werden: Einerseits wurden die Hochwasserstände um rund einen Meter gesenkt und andererseits wurden die Niedrigwasserstände zugunsten der Schifffahrt, der Fischerei und des Landschaftsbildes um knapp einen Meter angehoben.

  • Ausstellung zur Juragewässerkorrektion im Schlossmuseum Nidau
  • Website zum 150-Jahre-Jubiläum der Juragewässerkorrektion 

Betrieb und Unterhalt

Das AWA betreibt und unterhält die Bauwerke und Gewässer der Juragewässerkorrektion.

Im Auftrag der interkantonalen Aufsichtskommission für die 2. Juragewässerkorrektion sorgt das AWA für den Unterhalt der folgenden interkantonalen Gewässer:

  • Broyekanal zwischen Murten- und Neuenburgersee
  • Zihlkanal zwischen Neuenburger- und Bielersee
  • Nidau-Büren-Kanal zwischen Bielersee und Büren a.A.
  • Aarelauf zwischen Büren a.A. bis zum Kraftwerk Flumenthal

Die Kosten für den Unterhalt tragen die Kantone der 2. Juragewässerkorrektion (Waadt, Freiburg, Neuenburg, Solothurn und Bern).

Unter der Aufsicht von zwei Begleitausschüssen (Gemeindevertretungen) unterhält das AWA zudem die folgenden Gewässer der 1. Juragewässerkorrektion: Hagneckkanal, Alte Zihl, Binnenkanal/Sägibach, Häftlilauf, Leugene und das Binnenkanalnetz im Grossen Moos. Zu den Aufgaben des AWA gehört auch die Bedienung der zahlreichen Wehre und Schieber im Binnenkanalnetz des Grossen Mooses. Die Unterhaltskosten der 1. Juragewässerkorrektion teilen sich die betroffenen Gemeinden und der Kanton.

Grundsätze beim Unterhalt

Der Hauptfokus beim Unterhalt der grossen Kanäle (Broye-, Zihl-, Hagneck-, Nidau-Büren-Kanal) liegt auf der Erhaltung der Hochwassersicherheit. Bei den Binnenkanälen spielen neben dem Schutz vor Hochwasser auch die Funktion als Be- und Entwässerungssysteme eine zentrale Rolle. Mit Hilfe der zahlreichen Wehre und Schieber und geeigneten Unterhaltsmassnahmen gilt es, den Hochwasserschutz zu gewährleisten, genügend Wasser für die landwirtschaftliche Bewässerung zur Verfügung zu stellen und den Grundwasserstand zu regulieren.

Neben der Ökonomie spielt auch die Ökologie eine wichtige Rolle. Durch den technisch und ökologisch fachgerechten Unterhalt werden die Naturwerte im Seeland erhalten, gefördert und aufgewertet. Charakteristische Tier- und Pflanzenarten sollen sich halten und weiterentwickeln. Auf diese Weise leistet der Unterhaltsdienst der Juragewässerkorrektion einen wichtigen Beitrag zur Landschaftsgestaltung eines beliebten Naherholungsgebietes.

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